BATS - Beat detect

Das Schneiden im Takt ist essenziell für Musikvideos, Werbespots und energiegeladene Montagen. Beat Detect analysiert die Audiospur eines Clips, erkennt die Beats und setzt an jedem erkannten Beat einen Marker – so landen Ihre visuellen Schnitte exakt auf der Musik.

So funktioniert es

Wenn Sie Beat Detect auf einem Audio-Clip starten, erledigt BAT Server automatisch:

  1. extrahiert den Audio-Ausschnitt des Clips (zwischen IN- und OUT-Punkt) als temporäre WAV-Datei,
  2. erkennt die Beats und das Tempo mit der eingebauten DSP-Engine (librosa),
  3. setzt auf dem Clip an jedem erkannten Beat einen Marker – jeder Marker trägt zusätzlich das an dieser Stelle erkannte Tempo (BPM) als Beschriftung.

Ergebnis: Ein Clip, der an jedem Beat markiert ist. Schneiden Sie an einem Marker, und der Schnitt liegt exakt auf dem Beat. Hat der Clip einen IN-Punkt, werden die Marker-Positionen automatisch entsprechend umgerechnet.

Optionen

Beat Detect ist ein eingebauter System-Preset mit sinnvoll voreingestellten Werten:

  • Dynamische Tempoverfolgung (Standard: an) – Der Takt wird laufend neu erfasst und folgt Tempo-Veränderungen im Song (Speed-Ups, Run-downs). Deaktiviert wird ein konstantes Tempo über den ganzen Clip angenommen.
  • Tightness / Empfindlichkeit (Preset-Wert: 150, Engine-Standard: 100) – Steuert, wie strikt ein Beat auf das Takt-Raster gelegt wird. Ein höherer Wert erzeugt weniger, sauberere Beats; ein niedrigerer Wert erkennt mehr Beats, auch schwächere Akzente.
  • Markerfarbe (Standard: gelb) – Farbe der auf dem Clip gesetzten Marker. Jeder EDIUS-Marker-Typ ist möglich (z. B. blau, grün, …).

Fortgeschritten – jeder n-te Beat: Das Beat-Detect-Tool kennt zusätzlich die Option --nth (z. B. --nth 2), um Marker nur an jedem zweiten bzw. vierten Beat zu setzen. Der ausgelieferte System-Preset nutzt diese Option nicht – standardmäßig erhält also jeder erkannte Beat einen Marker. Bei sehr dichtem Material können Sie eine eigene Preset-Variante mit --nth anlegen, um die Anzahl der Marker zu reduzieren.

So nutzen Sie es

  1. Wählen Sie den Audio-Clip in einem BIN an (Beat Detect ist für Audio-Clips registriert).
  2. Rechtsklick auf den Clip und Beat detect im Kontextmenü auswählen.
  3. Warten Sie, bis der Job abgeschlossen ist (Fortschritt sehen Sie im BAT-Server-Panel).
  4. Der Clip trägt jetzt an jedem erkannten Beat einen Marker (mit BPM-Beschriftung).

Wichtiger Hinweis: EDIUS kann keine Marker auf Clips in der Timeline setzen. Führen Sie Beat Detect daher immer auf dem Clip im BIN aus – die Marker werden auf dem Clip selbst gespeichert. Legen Sie den Clip anschließend in die Timeline: Die Marker erscheinen dort automatisch mit, und Sie können Schnitte direkt an den Marker-Positionen setzen.

Noch ein Hinweis: Eine erneute Ausführung legt zusätzliche Marker an – bestehende Marker werden nicht überschrieben. Wenn Sie Beat Detect auf demselben Clip erneut ausführen möchten, entfernen Sie vorher die vorhandenen Marker vom Clip.

Preset verwalten

Beat Detect ist ein System-Preset: Es erscheint im Kontextmenü von EDIUS und kann dort vorübergehend deaktiviert oder gelöscht werden.

Mit dem Assistenten des BAT Servers legen Sie eigene Kontextmenü-Einträge an: Er stellt Ihnen ein paar Fragen und erstellt aus Ihren Antworten die Preset-Datei (.bat0) für den neuen Eintrag. Sie starten den Assistenten über den Button im BAT-Server-Panel oder per Rechtsklick → „Add function…“ – beide Wege öffnen dasselbe. So erstellen Sie z. B. eine eigene Beat-Detect-Variante mit anderer Tightness, anderer Markerfarbe oder --nth. Ein eigenes Preset erscheint im Kontextmenü der Clips unter seinem eigenen Namen und wird genauso gestartet.

Der Mechanismus hinter dem Kontextmenü: Ein Preset ist eine Vorlagendatei (.bat0), die nie selbst ausgeführt wird. Wenn Sie den Eintrag im Kontextmenü auswählen, erzeugt BAT Server daraus eine Job-Datei (.bat), füllt die Clip-Spezifika (Dateipfad, IN/OUT …) ein und legt sie in den Job-Ordner – der BAT-Server führt diese Job-Datei aus.

Für Fortgeschrittene: Die .bat0-Datei eines Presets darf direkt bearbeitet werden. Da bei jeder Ausführung eine neue Job-Datei daraus erzeugt wird, greifen Ihre Änderungen ab der nächsten Ausführung des Eintrags.